Das Schreiben meines Blogs ist gut für mein seelisches Gleichgewicht. Wut, Enttäuschung, Verzweiflung… für all das habe ich hier mein Ventil. Ich bin deutlich ausgeglichener, und meine Depressionen haben keinen Nährboden.
Dumm nur, dass meine Kreativität bezüglich Musik und Schreiben von Depressionen (bzw. deren Voranzeigen) leben. Deshalb ruht mein Roman schon seit einigen Monaten. Heute hatte ich den Text das erste Mal seit längerem geöffnet. Ich wollte zwei neue Ideen einbauen, die ich letztens hatte. Die Liste an Ideen, die ich parallel in einer Textdatei mitführe, ist schon etwas länger, also schaute ich nach, wo ich die denn einbauen könnte. Doch waren die Nahtstellen der einzelnen Kapitel zu dicht, und die Geschichte zu kompakt, als dass ich dort noch kleine Seitenzweige einbauen könnte.
Mist. Da muss ich wohl mal ein wenig Refactoring betreiben, um die ganzen Ideen noch umzusetzen. Sollte also hier mal eine längere Pause entstehen, könnte es daran liegen, dass ich entweder vollkommen überarbeitet bin, oder dass ich wieder an der Geschichte weiter schreibe.
Weiterschreiben :-D!
Ernsthaft: Neue Ideen ins Bestehende einflicken kann daneben gehen. Irgendwie merkt man, was nicht „im Fluss“ geschrieben ist….
Am Ende hast Du dann zwar ein Kunstwerk, aber keine flüssige story mehr. (Oder „Ulysses“ ;-p!)
…oder „Warten auf Godot“. Für so ein Stück benötige ich nur ein Programm, das aus einer Datenbank mit Worten beliebig Einträge heraus greift und zusammensetzt. Einmal kurz redigieren, fertig.
Hehehe – gemein :-).
Ist aber auch ein Stück, und lebt dann mit guten Schauspielern wieder auf.
Versteh mich nicht falsch, ich liebe das Stück. Aber die meisten Sätze haben so rein gar nichts miteinander zu tun. Darum gehört es ja auch zur Abteilung „absurdes Theater“.
Bei Refactoring werden ja nicht einfach Teile neu rein gequetscht ohne Rücksicht auf Verluste. Vielmehr werden die vorhandenen Informationen so umgruppiert, dass die neuen Abschnitte mit Leichtigkeit eingepflegt werden können und das Ergebnis immer noch sauber aussieht. Momentan habe ich nur den Eindruck, dass es in der Geschichte viele Löcher gibt, die so nicht auffallen. Eine verlustreiche Komprimierung der Gesamtgeschichte quasi.
Ich könnte auch alles wegwerfen und von vorn anfangen :-)