Gestern Abend bei der Rückfahrt nach Hause saß ein junger Mann im Bus hinter mir. Er erzählte seiner Freundin am Telefon, dass er jetzt gerade 21 „Überminuten“ gemacht hätte, und dass dies seine erste Mehrarbeit gewesen wäre, was ihn scheinbar nicht besonders erfreute. Als erstes schoss mir das Wort „Berufsanfänger“ durch denk Kopf, und neben einem mitleidigen Lächeln meinerseits (der wird sich noch wundern, wie viele Überstunden er in den nächsten Jahren ansammeln wird) kam doch ein wenig Neid auf.
21 Überminuten.
Auch wenn ich jede zweite Woche Freitags einen Gleittag nehme, weil meine Kinder bei mir zu Besuch sind, und auch wenn ich manchmal deutlich eher nach Hause gehe, weil ich lustlos, unmotiviert, unkonzentriert oder einfach nur übermüdet bin: Die Überstunden auf meinem Gleitzeitkonto vermehren sich, als ob ich einen tollen Zinssatz hätte. Ja, man müsste noch mal 20 sein. Ganz frisch das Abitur in der Hand und gewillt, die 8 Stunden täglich genau einzuhalten. Herrlich naiv.
So, ich muss weitermachen. 10 Stunden werden heute locker ohne Pause voll.