Vor Jahren entschied die Geschäftsführung des hiesigen Standortes, dass die IT-Mitarbeiter die Großraumbüros verlassen müssten. Stattdessen wurden sie in kleine Büros in einem Nachbargebäude gesteckt, in denen maximal 4 Leute sitzen (ich wurde erst ein Jahr später eingestellt). Die Kollegen erzählten mir, dass sie damals nicht so begeistert davon gewesen wären. Doch hat sich die Arbeitsweise komplett geändert, jetzt wird viel mit Telekommunikation gemacht. Dazu gehören auch Telefonkonferenzen. Besonders Projektmanager telefonieren mehrfach und lange am Tag. Kleine Büros sind dafür durchaus geeignet, denn in einem Großraumbüro gibt es dadurch immer eine gewisse Geräuschkulisse, und das kann nicht vermieden werden.
Letztes Jahr wurden dann die ersten Kollegen aus den Einzelbüros abgezogen und in ein Großraumbüro in einem anderen Nachbargebäude gesteckt. Angeblich wäre da besser so, da sie alle in den gleichen Großprojekten arbeiteten, und sie so den direkten Kontakt zu den Projektkollegen hätten. Einige hatten sich geweigert, dorthin umzuzuziehen (womit sie erstaunlicherweise Erfolg hatten), der große Rest jedoch ging, wenn auch mit Murren.
Der Flurfunk weiß aber zu berichten, dass bald alle Mitarbeiter aus den Projektreferaten dort reingesteckt werden sollen. Da „Großraumbüro“ einen anachronistischen Klang hat, wurde von der Geschäftsführung der Euphemismus „Open Space“ eingeführt. Das macht’s auch nicht besser. Mir schaudert es vor dem Gedanken, die ganze Zeit die Gesprächsfetzen in der Luft zu haben, die mich immer wieder aus meiner Konzentration reißen werden. (Ich hatte schon mal in einem Großraumbüro gearbeitet, ich weiß also, wovon ich rede.)
Wenn man will, dass ich kündige, soll man mir das direkt sagen.