Das neue schwarz-gelbe Kabinett steht und arbeitet seit ein paar Tagen. Die Aufstellung der Ministerliste liest sich ein wenig wie Das Cabinet des Dr. Caligari: Der reinste Horror. Da ist der neue Innenminister Thomas de Maizière, der das Amt von Wolfgang Schäuble übernimmt, wobei man nicht weiß, ob man von der Pest zur Cholera kommt oder doch eher umgekehrt. Der neue Minister für Arbeit und Soziales ist Franz Jung, der als Verteidigungsminister noch bekräftigt hatte, dass er auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Abschuss von gekaperten Zivilmaschinen pfiffe. Das Propagandaorgan der CDU, Ronald Pofalla, kriecht weiter zur Macht hinauf. Als Verteidigungsminister wurde Karl-Theodor zu Guttenberg berufen (mal sehen, wann er die Insolvenz der Bundeswehr fordert). Zensursula bleibt weiter auf ihrem Pöstchen sitzen, anscheinend hatte die Kanzlerin ein Stoppschild vor ihrer Karriere aufgestellt, genauso wird vermutlich dem Bundesministerium für Bildung und Forschung weiterhin keine Aufmerksamkeit gegeben. Bildung ist ja vollkommen überbewertet, sonst hätte man andere Konsequenzen aus der PISA-Katastrophe gezogen.
Die übrigen Minister sind nicht so spektakulär, allein der neue Bundesfinanzminister sticht hier heraus: Wolfgang Schäuble, ehemaliger Bundesinnenminister, wird das Stoppschild für Ausgabenschwemmen… vielleicht. Es ist aber auch durchaus denkbar, dass er sich aufgrund seiner „erfolgreichen“ Vorgeschichte für diesen Posten angeboten hatte. (Mich wundert es nicht wirklich, dass ausgerechnet ein niederländischer Korrespondent die Spendenaffäre ansprach und nicht ein einziger der deutschen Journalisten. Die haben sich vor Jahren auf eine Hofberichterstattung zurückgezogen. Kritischen Journalismus sucht man hierzulande mittlerweile vergebens.)
Für eine weitere freizügige Verschwendung Verteilung von Steuergeldern, die noch massiveren Lobbyismus nach sich ziehen wird, ist auch schon gesorgt. Wäre ja gelacht, wenn die Rechte der Bürger nicht noch weiter eingeschränkt werden könnten.